Tansania-Partnerschule

Schulpartnerschaft zur Primary School in Maliwa / Tansania

Partnerschaft mit der Primary School Maliwa (Tansania)

Seit über zwanzig Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen der Rissener Kirchengemeinde und der Kirchengemeinde in Maliwa hoch oben in den Bergen Tansanias. Die gemeinsame Arbeit ruht auf sieben Säulen: dem Umweltschutz, den Getreidemühlenprojekten, den Wasserleitungen und dem Aufbau der Werkstatt, der Erziehung und Ausbildung und natürlich den gegenseitigen Besuchen. Im Rahmen dieser Partnerschaft unterhält seit 1987 unsere Schule Marschweg den partnerschaftlichen Kontakt zur Primary School in Maliwa.

Seit Bestehen dieser Partnerschaft hat es viele direkte Kontakte und Reisen nach Tansania, wie auch Besuche von tansanischen Gästen hier bei uns in Rissen gegeben. Wer dort einmal war, konnte sich selbst davon überzeugen, wie die Menschen dort leben, wie sie arbeiten, sie sie sich füreinander einsetzen und wie sehr sie auch technische und innovative Unterstützung und Motivation brauchen. Seitdem haben sich viele Freundschaften entwickelt und über die Jahre weiter vertieft. Wer einmal mit den Frauen zum Fluss gegangen ist, selbst einmal 20 Liter Wasser auf dem Kopf ins Dorf getragen und auf dem Maisfeld geerntet hat, hat ihre ungezwungene Fröhlichkeit, ihren Gemeinschaftssinn und ihre Natürlichkeit erlebt und sich davon begeistern lassen. Der Mensch steht dort im Mittelpunkt: eine Lebensform, die uns zuweilen mit Sehnsucht füllt.

Ein paar Wellblechdächer waren das Erste, was Rissen spendierte, gefolgt von einer Glocke für die Kirche und einer Getreidemühle. Aktionen wie Baumpflanzungen, Bau eines Gemeindehauses folgten, bis dann das große Wasserleitungsprojekt Maliwa Mitte der 90iger Jahre angeschoben werden konnte, wofür damals DM 40.000 ohne fremde Hilfe zusammengespart wurde. In Rissen werden jedes Jahr von den Einnahmen des jährlichen Weihnachtsbasars am 1. Advent vierstellige Summen zweckgebunden für Tansania gespendet.

Zudem wird in Abständen eine Kleidersammlung durchgeführt und in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden aus unserem Kirchenkreis ein Container mit Kinderkleidung und Gebrauchsgegenständen nach Tansania geschickt. Es ist beeindruckend zu erleben, wie Menschen sich engagieren und ihren Beitrag in Form von Spende und persönlichem Einsatz leisten.

Am eindrucksvollsten sind für mich die Besuche der Afrikaner hier, wenn sie ein paar Tage in Rissen verweilen. Es gab viel Freude und Lachen und natürlich auch Skepsis und Nachdenklichkeit. Es bestätigte wieder einmal: zur Partnerschaft gehören gegenseitige Akzeptanz, Geben und Nehmen, Fragen und sich Fragen stellen lassen, Toleranz und Kritik auf der Grundlage eines gemeinsamen tragfähigen Fundaments. Unvergesslich sind für die Vormittage mit tansanischen Gästen in unserer Grundschule Marschweg. Die Kinder haben mit den Afrikanern gesungen, getanzt, getrommelt und afrikanischen Kartoffelkuchen gegessen. Eine 8-Jährige Schülerin schrieb später in ihrem Aufsatz:“ Es hat sich angefühlt, als wären wir in ihrem Land gewesen. Die Musik kam aus ihrem Inneren“.

Inzwischen sind weitere Projekte initiiert worden, die helfen sollen, dass Schüler der Primary School Maliwa bessere Lern- und Arbeitsbedingungen erhalten. Mit Hilfe großartiger Spendenaktionen wurde Geld rekrutiert für den Bau von hygienischen Toiletten und Lehrerhäusern. Ohne die Sicherstellung guter Lebensbedingungen für die Lehrer, ist eine Fluktuation von Lehrkräften nicht aufzuhalten. Deshalb war es hier besonders wichtig, die Bedürfnisse der Schule zu unterstützen. Aber es gibt noch viele Dinge, die unsere finanzielle Hilfe benötigen. Daher gilt: Wir bleiben in Kontakt!

Dorothea Schrödter – Lehrerin der Schule Marschweg

Angelika Kahl             – ehemalige Lehrerin der Schule Marschweg und Kontaktperson in                  Schulpartnerschaftsfragen

Afrika in unserem Unterricht